Segeberger Psychosomatiktage

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

im September 2012 und August 2014 hatten wir mit großem Erfolg und positivem Echo die ersten Segeberger Psychosomatik-Tage zu Georg Groddecks Medizin und den Phänomenen der Hysterie durchgeführt. Bewusst waren Themen ausgewählt worden, die aktuell, fachlich relevant und für die klinische Arbeit gewinnbringend sind, jedoch etwas außerhalb des Mainstreams der Psychosomatik liegen und gerade deswegen eine ungewöhnliche Perspektive aufs Gegenwärtige versprechen.

Die 3. Segeberger Psychosomatik-Tagung vom 9.-11. September 2016 fragt nach der Macht und Ohnmacht des Realen, jener Lacan´sche Dimension des Psychischen, die unfassbar und unbegriffen ist, in ihren Präsenz-Effekten jedoch unmittelbar spürbar. Es sind die Effekte des Traumatischen und Gewalttätigen, die ins Leben einbrechen in Form von Krieg, Gewalt oder Missbrauch, aber auch als Zumutungen der Endlichkeit. So stellen wir die Frage, welche Macht der Schock des Realen auf das Subjekt in der Psychotherapie wie auf die Gesellschaft und die Verfasstheit der Politik hat? Wie Symbolisierungen durch das traumatische Reale zerstört werden - oder aber inwiefern die Symbolisierung, das Denken, die Humanität das Reale entschärfen und in Erträgliches transformieren kann? Die globalen Veränderungen unserer Gesellschaft bieten mehr als genug aktuelle Beispiele.

 

Mit herzlichen Grüßen.

Prof. Dr. med. Lutz Götzmann
Dipl. Psych. Oliver Bohlen